7. Detmolder Erbrechtstage 2005
Am Dienstag, 20. September 2005, und Mittwoch, 21. September 2005,
im Haus der Immobilie in der Bismarckstraße 10 in Detmold.
Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Niemand denkt gerne an Unglücksfälle, die eine junge Familie schwer treffen können. Wenn Vater oder Mutter plötzlich durch einen Unfall sterben oder nach schwerer Krankheit nicht mehr in der Lage sind, die Kinder zu versorgen, steht die Familie vor vielen Problemen. Wie kann Kindern und Erwachsenen geholfen werden? Welche medizinischen und seelsorgerischen Möglichkeiten gibt es? Und mit welchen juristischen Mitteln können junge Familien vorsorgen? Die siebten Detmolder Erbrechtstage am 20. und 21. September wollen Antworten auf diese Fragen geben.

Pressekonferenz am 13. September im Haus der Immobilie: Wolfgang Stückemann (links) und Günter Vogt (zweiter von rechts) freuen sich auf hochkarätige Referenten bei den 7. Detmolder Erbrechtstagen (von links): Ulrich Tebbe, Christoph Pompe, Gerlinde Kriete-Samklu, Eick-Hartwig Egberts und Klaus Ahlers.
Mediziner beobachten bereits seit längerem, dass die Zahl plötzlicher Todesfälle oder unvorhersehbarer Krankheiten bei jüngeren Leuten zunimmt. Das Durchschnittsalter eines Herzinfarktpatienten liegt mittlerweile zwischen 50 und 55 Jahren, weiß Professor Dr. Ulrich Tebbe vom Klinikum Lippe-Detmold. Und Klaus Ahlers betreut als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie viele Kinder, die nach einem Todesfall in der Familie Hilfe benötigen. Er hat beobachtet, dass besonders viele Männer im Alter von 40 bis 45 Jahren durch Unfälle, Herzinfarkt oder Schlaganfall ums Leben gekommen sind.
Machen Sie sich keine Sorgen - sondern Gedanken!
So unangenehm der Gedanke auch ist: Für den Unglücksfall sollte rechtzeitig Vorsorge getroffen werden. So stehen die diesjährigen Detmolder Erbrechtstage auch unter dem Motto „Machen Sie sich keine Sorgen – sondern Gedanken!“. Besonders junge Familien sollen angesprochen werden, nachdem in den vergangenen Jahren eher Klassiker des Erbrechts wie „Erben und Vererben“ behandelt wurden. Am Dienstag, 20. September, begrüßt Günter Vogt, Vorstandssprecher der Volksbank Detmold, die Gäste um 19.30 Uhr im Haus der Immobilie in der Bismarckstraße 10 in Detmold. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Rainer Heller wird Thomas Münster aus München in das Thema einführen. Der Jurist und Journalist schreibt unter anderem für die Zeitschrift „Eltern for family“.
Anschließend erläutert Klaus Ahlers, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, wie Kindern im Unglück geholfen werden kann. Häufig treten psychische Probleme sogar erst einige Zeit nach dem Unglücksfall auf. Wenn die Kinder dann nicht mehr spielen möchten oder Ärger im Freundeskreis haben, ist psychologische Hilfe gefragt. Ahlers wird auch herausarbeiten, dass bei der Trauerbewältigung sowohl Kinder als auch Eltern herangezogen werden müssen.
Danach widmet sich Christoph Pompe, Pfarrer und Notfallseelsorger in Lippe, den Erwachsenen. Pompe will erklären, warum einige Menschen nach einem Unglück wieder auf die Beine kommen und andere nicht. „Es gibt kräftige, stärkende und tröstende Faktoren, auf die man achten muss“, sagt Pompe. Fachleute bezeichnen dieses Phänomen auch als Resilienz. Besonders wichtig sei es, dass die Betroffenen wieder Vertrauen in die Welt gewinnen, meint der Pfarrer.
Am Mittwoch stehen die medizinischen Aspekte im Vordergrund. Professor Dr. Ulrich Tebbe und Professor Dr. Eick-Hartwig Egberts vom Klinikum Lippe-Detmold wollen anhand von Beispielsfällen die Problematik verdeutlichen. „Leider sind diese Unglücksfälle kaum vorhersehbar“, sagt Professor Tebbe. Von den gefährdeten Personen seien den Ärzten nur etwa zehn Prozent bekannt. Um so wichtiger sei es, durch Prävention das persönliche und familiäre Risiko herauszufiltern.
Einen kompletten Schutz gibt es nicht
Denn einen kompletten Schutz gibt es nicht. Blutvergiftungen, rhythmische Störungen, plötzlicher Herztod – „da fallen auch junge Leute einfach um“, warnt Tebbe. Selbst wenn der Patient den plötzlichen Herztod überlebt, könne niemand vorhersagen, in welchem Stadium der Mensch aus dem Zustand der Bewusstlosigkeit zurückkommt. Falls er nach der Krankheit geschäftsunfähig ist, kommen auf die Familie weitere Probleme zu. Eine Risikolebensversicherung zahlt in diesem Fall nämlich nicht, weiß Günter Vogt. Und wenn zuvor keine Vorsorgevollmacht abgeschlossen wurde, ist das Vormundschaftsgericht zuständig. „Das wäre die schlechteste Lösung von allen“, sagt Rechtsanwalt Wolfgang Stückemann. „Aber diese juristischen Probleme kann man bereits zuvor beseitigen.“
Letzte Rednerin ist die Krankenhaus- und Notfallseelsorgerin Gerlinde Kriete-Samklu. Sie wird sich darauf konzentrieren, wo die Betreuung in der Unglückssituation ansetzen muss. Nach Möglichkeit sollten die Kinder nicht ferngehalten werden. Da stimmt auch Professor Egberts zu: Für die betroffenen Kinder beginne nach dem Unglücksfall ein neuer Lebensabschnitt, der gemeinsam mit den Erwachsenen bewältigt werden müsse.
Nach den Vorträgen bleibt sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch genügend Zeit für Fragen aus dem Publikum. Wolfgang Stückemann ist zuversichtlich, dass sich eine interessante und lebhafte Diskussion entwickeln wird. Im Anschluss gibt es einen Imbiss.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, um vorzeitige Anmeldung unter der Telefonnummer 05231-708500 (Volksbank Detmold) wird gebeten. Das Programm finden Sie hier.
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